
weitere Schmickler Texte:
Spiegel" - Was soll uns dieses Titelbild sagen ?
"Rösler - Dümmer gehts nimmer !"
"Wir wollen nie wieder Papst werden !"
"Hören Sie mal, so geht das nicht..."
"Plötzlich normal - Arsch huh"
"...antreten zum Krötenschlucken"
"Wer redet schon gerne über das Eingemachte..."
"Völkisches Gedusel und nationalistische Tümelei"
"Düsseldorf ist die Stadt der Sieger"
"Aber... sie werden sich alle noch wundern !"
"..ich glaub es einfach nicht !"
"Mit Benzin oder Nitroverdünnung löschen ?"
"Lassen Sie mich ausreden, ich habe Sie auch ununterbrochen unterbrochen"
"Hat mal jemand ein paar Drogen für mich?"
"Was für ein
Garstiger Grusel"
"Gottvater, Gottsohn und Gottschalk"
Angst vor rektaler Verschmutzung
Aufhören, Herr Becker, aufhören. Mensch Becker, wissen Sie eigentlich, was Sie da reden? Fall Sie es vergessen haben sollten: aber dies hier ist eine Kabarett-Sendung und keine Sonderausgabe der Service-Zeit zum Thema Steinalte Rezepte für den Senioren-Grill.
Wissen Sie, manchmal habe ich die Befürchtung beim Becker ist jetzt der Punkt erreicht, an dem die heillose Verwirrung im Kopf plötzlich umschlägt in den kompletten Wahnsinn.
Das ist ja ein ganz schmaler Grat, auf dem sehr viele Menschen balancieren. Und irgendwann verlieren sie dann das Gleichgewicht und dann:
Black-out, Absturz, Delirium.
Zum Beispiel der Hans-Olaf Henkel. Dieser menschgewordene Talk-Show-Sessel, den sie zurzeit mindestens einmal in der Woche in irgendeine der amtlichen Quaselrunden stellen. Frage:
was wird aus dem Euro?
Und da hockt er dann da, der neunmalkluge Hans-Olaf, unter lauter ahnungslosen Dilettanten und man sieht so richtig, wie es in ihm kocht und brodelt. Ich sage ihnen, irgendwann dreht der durch. Dann geht das:
Hörsturz,
Schnappatmung,
und dann stürzt er sich auf die Illner, den Plasberg oder die Will oder wer auch immer ihm gerade mal wieder den verbalen Wasserfall abdrehen will, und dann kommt es zum Äußersten:
Gemetzel bei Maischberger!
Oder der Dirk Niebel, der Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Ja, der entwickelt sich doch auch immer weiter in Richtung mentaler Grenzübertritt. Wie der jetzt mit dem Westerwelle durch Afrika getourt ist, und egal wo sie gelandet sind, überall hatte er diese dämliche Einzelkämpfer-Kappe auf dem Schädel.
Das ist doch nicht normal.
Da kriegt der Begriff Fremdschämen für mich eine ganz reale Bedeutung.
Das Gebräu, das da im Niebel-Hirn unter der Gebirgsjäger-Mütze vor sich hin köchelt, wenn das mal überkocht, das gibt eine diplomatische Katastrophe. Und was macht der Westerwelle?
Statt seinem durch geknallten Kumpel mal heimlich die Mütze zu verstecken, stolziert er stocksteif neben ihm und tut so, als sei es das normalste der Welt, wenn ein deutscher Minister in einem Entwicklungsland aufläuft wie ein drittklassige Rambo-Darsteller, der seinen Dachschaden ausgerechnet mit einer Soldaten-Kappe deckelt.
Aber der Westerwelle ist ja auch längst jenseits von Gut und Böse. Ist ja auch kein Wunder. Erst die jämmerliche Vertreibung aus dem liberalen Vorstand-Paradies,
dann die Ablösung als Vizekanzler durch einen halbwüchsigen Emporkömmling
und dazu noch tagtäglich die erbärmlichen Umfragewerte, die ihn auf der Beliebtheitsskala irgendwo verorten zwischen Sepp Blatter und den Ehec Erreger.
Soviel Elend führt bei jedem halbwegs sensiblen Menschen entweder zur Selbst-Einweisung in psychiatrische Behandlung oder zum direkten Einstieg in eine steile Drogenkarriere. Apropos.
Ich habe ja den Verdacht, dass der Wahnsinn, der da gerade in Kreisen der schwarz-gelben Regierung spazieren geht, dass der keine natürlichen Ursachen hat.
Also wenn Sie mich fragen: da sind Drogen im Spiel.
Ich stell mir das so vor: da hocken die am Ende eines langen Tages im Hinterzimmer irgendeines Berliner Promi-Treffs, und weil der Alkohol einfach nicht ausreicht, um das Elend zu lindern, bastelt irgendwann einer einen fetten Joint und lässt den kreisen.
Tja und dann albern und kichern die rum und plötzlich ruft einer:
„Steuersenkung!“
Und dann geht’s ab.
„Jawoll, Steuersenkung, geile Sache das, hatten wir lange nicht. 7 Milliarden, 9 Milliarden, 12 Milliarden – wer bietet mehr? Heut bleibt die Progression mal kalt, heut geh wir in den Steuerwald.“
Und dann steigt einer von den Bekifften auf den Tisch und zitiert seinen Lieblingsdichter Peter Köhler:
„Nie mehr die Konjunktur wird dellen! Wachstum oberdick gewirtschaftsfett!! Gezinsesprall wumm wertesack! Stabilität zackbumm für immer. Rauscht Wirtschaft stramm, quillt Zaster bald quollend, wird Leben schotterstark penunzendick und aschenvoll!“
Und dann springen sie alle auf und formieren sich zur großen Steuersenkungs-Polonaise:
„Jetzt fliegen hier die Löcher aus dem Haushalt“.
Und auf dem Höhepunkt der ganz und gar entlasteten Superstimmung fliegt plötzlich die Türe auf, und da steht der von sich selbst sturzbesoffene Professor Paul Kirchhof im Rahmen und schmeißt seine ranzigen Bierdeckel in die tobende Runde und dann wird bis in den frühen Morgen gefeiert bis der Arzt kommt,
bzw., der Schäuble.
Und dann ist Schluss mit lustig.
Ja, ich weiß, klingt alles sehr unglaubwürdig. Aber jetzt mal ehrlich: mit dem ganz normalen Menschenverstand ist diese dämliche Steuersenkungsdebatte doch nun wirklich nicht zu erklären.
Entweder die drehen gerade komplett durch, oder aber das Ganze ist nur ein weiteres Teil des teuflischen Plans, mit dem die Merkel jeden bei Seite schafft, der ihr politisch im Wege steht. Hat ja bisher auch funktioniert:
die SPD ist nach vier Jahren großer Koalition nur noch ein Schatten ihrer selbst.
Der Köhler dankt ab,
der Koch hockt schmollend im Bau-Container,
der Gutenberg wandert aus,
der Westerwelle mäandert durch die Weltgeschichte und der Wulff bellt kraftlos in der präsidialen Hundehütte in seinen Maulkorb. Tja und jetzt kommt der große, finale Vernichtungsschlag gegen die FDP.
Die gute Mutti und der tabula rasa.
Erst ermunter sie die Liberalen mal so richtig lauthals all das zu fordern, was der gemeine Steuersenker im Programm hat, dann schickt sie den Schäuble mit dem großen Sparhammer,
und wenn der einmal ordentlich zugeschlagen hat, dann wächst auf der gelben Wiese kein Gras mehr.
Kiste zu, liberaler Affe tot.
Und auf der Beerdigung spielt das grüne Flöten-Ensemble das Lied: ich habe einen neuen Kameraden, einen besseren find ich nie!
Wahnsinn! Es ist der reine Wahnsinn!
Hat mal jemand ein paar Drogen für mich?