Wilfried Schmickler

weitere Schmickler Texte:

"...und was macht Mutti ?"

Spiegel" - Was soll uns dieses Titelbild sagen ?

"Rösler - Dümmer gehts nimmer !"

"Wir wollen nie wieder Papst werden !"

"Hören Sie mal, so geht das nicht..."

"Plötzlich normal - Arsch huh"

"...behandelt wie Sondermüll"

"...antreten zum Krötenschlucken"

"Wer redet schon gerne über das Eingemachte..."

"Völkisches Gedusel und nationalistische Tümelei"

"Düsseldorf ist die Stadt der Sieger"

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"Aber... sie werden sich alle noch wundern !"

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"Ja wo kommt der denn her?"

"Mit Benzin oder Nitroverdünnung löschen ?"

"Lassen Sie mich ausreden, ich habe Sie auch ununterbrochen unterbrochen"

"Hat mal jemand ein paar Drogen für mich?"

"Was für ein
Garstiger Grusel"

"Schluss mit Umdenken"

"Gottvater, Gottsohn und Gottschalk"

Angst vor rektaler Verschmutzung

Krankes Volksempfinden

Deutschland – Ein Abwasch

Schland oh Schland

Kommen Sie mir nicht blöde

Wischi oder Waschi ?

Wir bauen das neue Afghanistan!

Ab sofort sind wir alle Griechen

"Was für ein Garstiger Grusel"

Aufhören, Herr Becker, aufhören. Für wie bescheuert halten Sie Ihre Zuschauer eigentlich? Jürgen Becker telefoniert mit Lena Meyer-Landrut. Klar! Und Herbert Knebel singt ein Duett mit Pippa Middleton, und ich verrate Ihnen jetzt die Lottozahlen für die nächste Woche.

Das ist doch Verrat am Gebührenzahler!

Herr Becker, wir sind hier öffentlich-rechtlich, da können Sie nicht einfach so dass Geld der Zuschauer für ihre lächerlichen Trickbetrügereien aus dem Fenster werfen.

Außerdem ist auch gar kein Geld mehr da.

Das ist schon alles draufgegangen für die Übertragungsrechte der Champions-League, für die Live-Berichte über die groteske Hochzeitsklamotte in London und natürlich für den Eurovision Lala Contest in Schnöseldorf.

Die öffentlich-rechtlichen Kriegskassen für den Quotenkampf sind leer!

Das heißt ab morgen läuft zur besten Sendezeit nur noch die 83ste Wiederholung eines Tatorts von 1834 oder Detlev Buck präsentiert die 20 beliebtesten Schrebergarten-Anlagen von Ostwestfalen-Lippe.

Oder die Programm-Verantwortlichen besinnen sich auf die Anfänge des deutschen Fernsehens und zeigen wieder stundelang das Testbild in schwarz-weiß. Das kostet nichts und am Informationsgehalt würde sich auch nicht viel ändern.

Es ist doch nicht zu fassen.

Da suchen die Menschen verzweifelt nach Antworten auf die komplizierten Fragen und Probleme der Gegenwart und dann schalten sie den Fernseher ein und erfahren, wie viele Zacken die Queen in der Krone hat und warum Prinz Charles seine Ohrenwärmer nur in Übergröße kauft.

Dabei hatte dieses idiotische Hochzeits-Medien-Spektakel durchaus auch einen positiven Effekt.

Denn wenn ich der veröffentlichten Meinung glauben darf, dann befürworteten vor diesem royalen Kaspertheater mehr als 10 Prozent der ortsansässigen Bevölkerung die sofortige Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland. Ich schätze, da sind bei der Übertragung doch einige vom königlichen Glauben abgefallen.

Was für ein garstiger Grusel:

Da waren sie massenhaft aus ihren Gruften gekrochen, die grotesk uniformierten Nachfahren der Raubritter und Plünder-Könige. Und an ihrer von Kirmesorden und Brokat-Litzen glänzenden Seite, die aufgetakelten Schabracken mit dem aasigen Grinsen der Erbschaftsschleicher unter ihren pompösen Monsterhüten.

Aber was reg ich mich hier auf!

Außer ihnen hier im Saal hört mir ja eh keiner zu. Die Einschaltquote der heutigen Sendung bewegt sich wahrscheinlich im mehrstelligen Minus-Bereich.

Die meisten Menschen wollen doch nichts mehr hören von Libyen, Fukushima oder Lampedusa, was sie hören wollen, das sind ganz offensichtlich Botschaften wie diese:

Du bist hier, und es ist mir egal!

Schade, wenn es dir gefällt, denn ich werde morgen nicht mehr hier sein.

Hey, macht es dir etwas aus, wenn ich den Stuhl mitnehme?

Du hast übrigens Kaffe auf dem Kragen und du hast vergessen, Dein Haar zu kämmen.

Ba da-da la-da da-da – u-huu!

Und wenn Sie sich jetzt fragen: Mensch, was erzählt der Schmickler da für einen komplett wahnsinnigen Stuss, dann sage ich ihnen, dass genau dieser komplett wahnsinnige Stuss zurzeit Millionen Menschen in seinen Bann zieht.

Denn das war die wörtliche Übersetzung des Textes, mit dem Lena Meyer gerade der gesamt-europäischen Fernsehgemeinde demonstriert, wie es um die deutsche Schlager-Kultur bestellt ist.

Taken by a stranger!

Das hätte übrigens auch der von und zu Guttenberg singen können. Da hätte man wenigstens gewusst, worum es geht. Aber so? Da fragt man sich doch:

warum will das Mädchen den Stuhl mit nehmen und wie kommt der Kaffee auf den Kragen?

Ba da-da la-da da-da – u-huu!

Aber vielleicht sollen die Europäer ja auch nur begreifen, dass im Deutschland von heute nichts so gemeint wird, wie es gesagt wird. Wenn der Westerwelle sich zum Beispiel bei der Uno in der Libyen-Frage enthält, dann stimmt er zwar de facto gegen ein militärisches Eingreifen steht aber in Wirklichkeit voll und ganz hinter den Befürwortern.

Oder nehmen wir die Merkel und ihre große Freude, die sie vor der versammelten Welt-Presse über die Hinrichtung von Uselmann bin Laden kund getan hat.

Man muss sich das vorstellen:

Da sitzt die Merkel, die alte Pastorentochter, mit ihrem Mann beim Frühstück, hört die Nachricht vom Abschuss des Oberterroristen, und dann fällt sie ihrem Mann um den Hals und ruft:

"Mensch, super Joachim, endlich ist der alte Sausack tot!"

Und dann holt sie einen Piccolo aus dem Kühlschrank und trinkt auf die tapferen Nay Seals, die dem Bin Laden das kranke Hirn aus dem verfuselten Schädel geblasen haben.

Gut, ganz so wird es natürlich nicht gewesen sein. Wahrscheinlich hat sie das mit der Freude nur gesagt, weil ihre Berater der Meinung waren, dass eine solche Aussage bei der Mehrheit der Bevölkerung gut ankommt. Und wenn dann die unvermeidlichen Kritiker aus dem Busch springen und die große Moralkeule schwingen, dann wird eben relativiert.

War alles nicht so gemeint,
war nur ein Missverständnis,
kommt nicht wieder vor.

Das ist das Prinzip Sarrazin. Als der vor dem SPD-Schiedsgericht stand, da hat er sich ja auch entschuldigt. Aber natürlich nicht für seine Äußerungen, sondern dafür, dass so viele Menschen diese Äußerungen falsch verstanden haben.

Also dann doch lieber Lena Meyer-Landrut und die fremden Dinge, die beginnen, ihren Lauf zu nehmen.

Stranger things are starting to begin

Da weiß man doch gleich: Alles Quatsch. Wie sie hören, hören sie nichts. Und das wird dann auch noch gesendet. Die Beerdigung des Monats gleich nach der Hochzeit des Jahres.Und bei ARD und ZDF stehen sie in der ersten Reihe.

Und wenn Sie sich jetzt fragen, warum Sie nicht wie früher in dieser ersten Reihe sitzen, dann sage ich Ihnen das auch noch:

Weil Lena die Stühle mitgenommen hat.

In diesem Sinne: Ba da-da la-da da-da – uhuu!

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