
weitere Schmickler Texte:
Spiegel" - Was soll uns dieses Titelbild sagen ?
"Rösler - Dümmer gehts nimmer !"
"Wir wollen nie wieder Papst werden !"
"Hören Sie mal, so geht das nicht..."
"Plötzlich normal - Arsch huh"
"...antreten zum Krötenschlucken"
"Wer redet schon gerne über das Eingemachte..."
"Völkisches Gedusel und nationalistische Tümelei"
"Düsseldorf ist die Stadt der Sieger"
"Aber... sie werden sich alle noch wundern !"
"..ich glaub es einfach nicht !"
"Mit Benzin oder Nitroverdünnung löschen ?"
"Lassen Sie mich ausreden, ich habe Sie auch ununterbrochen unterbrochen"
"Hat mal jemand ein paar Drogen für mich?"
"Was für ein
Garstiger Grusel"
"Gottvater, Gottsohn und Gottschalk"
Angst vor rektaler Verschmutzung
Aufhören, Herr Becker, aufhören! Mensch Becker, während sie hier sinnentleert rumkaspern, steht die gesamte westliche Welt unter Schock und versucht die Nachricht zu verdauen, die da in der vorigen Woche aus dem Nahen Osten über uns hinweg fegte.
Wie geht es weiter? Was kommt danach? Und vor allem: wer kommt danach?
Da entsteht natürlich ein wahnsinniges Vakuum, wenn plötzlich nach 30 Jahren einer von der Bildfläche verschwindet. Und zwar einer, den sie alle hofiert haben. Der Schröder seinerzeit genauso wie die Merkel. Der Wulff war schon da, als er noch Ministerpräsident war. Und auch all die anderen haben immer öffentlich zu dem Mann gestanden und ihn eingeladen, um sich in der Öffentlichkeit mit ihm zu schmücken.
Mubarak? Wie kommen Sie denn jetzt auf Mubarak?
Hören Sie mal, es gibt doch wirklich wichtigeres als die Entwicklung in Ägypten. Irgendwie wird es da schon weiter gehen, und dann wird sich unsere Regierung schon mit den neuen Machthabern arrangieren. Schließlich müssen die deutschen Exporte ja irgendwo hin. Zum Beispiel die Waffen. Das war mit Ägypten noch im Jahr 2009 ein Auftragsvolumen von fast 80 Millionen Euro.
Wenn wir da jedes Mal gucken, ob das eine Krisenregion ist, und ob da auch die Menschenrechte eingehalten werden, dann könnten wir den Laden gleich dicht machen, also den Waffenladen. Was glauben Sie denn, was der Guttenberg in Indien gemacht hat? Tempel besichtigen? Waisenhäuser besuchen? Blödsinn! Der Mann wollte Geschäfte anbahnen. Eurofighter verkaufen.
Aber weil Deutschland eigentlich gar keine Waffen in Krisenregionen verkaufen darf, musste der Guttenberg sich eben persönlich drum kümmern, was allerdings im Endeffekt hierzulande kaum jemanden interessiert.
Weil alle eben nur eins wissen wollen: nämlich wer wird der Nachfolger?
Nein, auch nicht von Bundesbankpräsident Axel Weber, der wiederum nicht Nachfolger von Jean-Claude Trichet werden will, weshalb die Kanzlerin jetzt die Nachfolger schon im Doppelpack suchen muss. Die braucht jetzt quasi einen Doppel-Weber.
Aber den mein ich auch nicht. Es geht mir nicht um Männer, die Millionen versenken, sondern um einen Mann, der Millionen begeistert. Genau, jetzt haben sie es endlich:
um Thomas Gottschalk.
Seit der am Samstag in Nahen Osten in der Halle in Halle seinen Rücktritt verkündet hat, diskutiert ganz Deutschland die Frage: wer kommt jetzt?
Pilawa oder Kerkeling oder Raab oder doch eine ganz andere Pflaume? Zum Beispiel Kai Pflaume. Oder man holt den Lippi, den Lippert, noch einmal aus der Versenkung. Oder steht der noch vor Gericht? Nein, das war der Kachelmann. Obwohl der wär's gewesen. Der ist ja quasi Wetter von Beruf.
Wie dem auch sei. Geben Sie einfach mal "Gottschalk-Nachfolge" in die Suchmaschine und dann gucken Sie sich mal an, was da zurzeit in den diversen Internet-Foren los ist. Es ist schier unfassbar.
Jeder will einen andern. Einig sind sich die meisten nur in einem: Mit dem Abgang von Gottschalk stirbt auch "Wetten dass?". Wobei ich mir nach der letzten Sendung gar nicht mehr sicher bin, ob das nicht längst passiert ist.
Salami-Würstchen schnappen, Kronenkorken mit dem Ohr in Maßkrüge schnippen und Glühbirnen mit den Füßen einschrauben. Das soll die große Samstag-Abend-Fernsehunterhaltung sein?
Solange Thomas Gottschalk da war, hat sich die Frage nur keiner gestellt. Der hat das Elend einfach weg gelächelt. Aber wer soll das in Zukunft machen. Der Pilawa?
Ich sage Ihnen, der macht seine erste Sendung und fängt gleich mit der Saalwette an. Wetten dass nach spätestens 60 Minuten keiner mehr zuguckt. Und die Wette gewinnt der!
Nein, ich finde, wenn überhaupt, dann muss da jetzt mal eine Frau ran. Wegen der Quote. Also nicht wegen der Einschalt- sondern wegen der Frauenquote.
Da muss man einfach mal ein öffentlich-rechtliches Zeichen setzen. Nach Gottvater, Gottsohn und Gottschalk muss Schluss sein mit den Patriarchen und Sonnenkönigen in den Chefetagen.
Was haben diese Burschen in den letzten Jahren für einen gewaltigen Mist gebaut. Wenn es wirklich nach dem Leistungsprinzip ginge, dann müssten diese selbstgefälligen Versager samt und sonders in die Wüste geschickt werden. Aber das geht natürlich nicht, denn dann müssten die Herren sich ja selbst entlassen.
Deshalb funktioniert das ja auch nicht mit dieser freiwilligen Selbstverpflichtung der Unternehmen zu einer Frauenquote. Wer räumt schon freiwillig seinen Platz ganz vorne am Futtertrog? Und dass die männlichen Rindviecher enger zusammenrücken, wenn da von hinten weibliche Konkurrenz nachdrängelt, ist durchaus verständlich.
Absolut unverständlich ist allerdings die Haltung der zuständigen Ministerin, der Kristina Schröder. Diese völlig ahnungslose Trutsche hält nämlich die Einführung einer Frauenquote für eine gesellschaftliche Fehlentwicklung.
Schließlich seien die Frauen selber schuld, dass sie im Durchschnitt schlechter gestellt und dementsprechend auch schlechter bezahlt werden als Männer.
Zitat: "Die Wahrheit sieht doch so aus: viele Frauen studieren gern Germanistik und Geisteswissenschaften, Männer dagegen Elektrotechnik – und das hat eben Konsequenzen. Auch beim Gehalt. Wir können den Unternehmen nicht verbieten, Elektrotechniker besser zu bezahlen als Germanistinnen."
Mal ganz davon abgesehen, dass so ein elektrotechnisches Unternehmen überhaupt gar keine Germanistinnen braucht. Wozu auch? Zum Abfassen der Gebrauchsanleitung? Nein, wer Geisteswissenschaften studiert, der muss wissen, dass es für Geist auf dem Arbeitsmarkt keine Nachfrage gibt.
Und die Köhler weiß wovon sie redet. Deshalb ist sie ja gleich nach ihrem Soziologie-Studium in die Politik gewechselt. Und weil es damals selbst in der CDU schon eine Frauenquote gab, deshalb ist sie jetzt da, wo sie ist. Das heißt, sie ist eigentlich das Ergebnis einer gesellschaftlichen Fehlentwicklung.
Und wenn sie das so sagt, dann wird das wohl auch stimmen.
Wetten dass?